Ich spiele mit meinem Visitenkarten-Quartett während ich mir ausmale, was an diesem Nachmittag noch auf mich wartet. Meine Ohren dröhnen, aber ich weiß nicht, ob der Raum, ob ich dafür zu verantworten bin. Ich schiebe es auf den Raum. Reibe mir den Nasenrücken, drücke den Rücken tiefer in die Lehne, krümme ihn noch etwas und hoffe, dass diese Position den Schmerz etwas lindert. Lese Geschichte, schaue mich ab und zu kritisch um. Esse einen Schokoriegel und denke über das Wort
Nervennahrung nach.
Täusche eifrige Produktivität vor während das Leben weiterhin vor sich geht, seinen Lauf geht und die sinkende Sonne meine Stimmung mitnimmt.
Blindflug und blinde Betriebsamkeit. Suche Transzendenz, überleg ob ich als Transit-Pendler irgendwann Transistenz erreichen würde und was das wohl bedeuten könnte. Was es werden soll, was ich wollen will. Habe ich Willen? Wenn ja – wie kann ich wollen, hier zu sitzen? Hier zu sein? Wenn nein – was hat mich hierher geführt?! Was führt uns alle her ?
Sind Masochismus und Neurosen freier Wille? Die Welt steht mir offen, aber dadurch ist sie ungreifbar geworden. Es gibt keine Wände mehr an denen ich mich entlang tasten könnte, die mir Orientierung geben. Um mich herum ist nur noch unerträgliche Freiheit, offener Himmel, weite Leere…
