Fahneneid

Und hörte ich nicht
Eure Kommandos
Die mich ins Leben trieben
Klanglos
Doch nicht zwanglos

Hörte ich auf
Masken zu tragen
Und zu träumen

Würde ich die Fragen fragen
Zweifel schüren
Und mich wagen
Herzen zu berühren

Hörte ich nicht
Auf zu knieen
Und mich zu verbeugen
Zu bücken, lecken
Um dann dann doch
Die alten Mienen
Zum neuen Spiel zu ziehen und

Gedanken zu entfliehen
Auf mich hören
Vielleicht sogar
Die Ordnung stören
Und nicht immer nur zu fragen
Und mir
Flausen aus dem Kopf zu schlagen

Hörte ich auf,
Euch und mich
Stetig zu belügen
Meine Schmerzen zu betrügen

Würde ich
Mir selbst denn dann genügen?
Könnte ich
Dann stille Wasser trüben?
Oder wäre ich dann endlich rein?
Hätte, wollte, könnte sein?

Doch
Auf allen Vieren stützt man sich
Auf wackligen Dielen
Springt in die Wolken

Manche fliegen, viele fallen
Und landen auf zwei gesunden Beinen
Im Grauen der Wirklichkeit
Kriechen auf eine brennende Zukunft zu
Um im Nebel des Alltags zu ertrinken
Eine blind machende Vergangenheit zurückzulassen
Kastriert, gebrochen – glücklich

Denn was bringt es
Nach den Sternen zu greifen
Wenn man doch bis zu den Knien
In Scheiss watet
In Träumen versinkend merkt man nicht
Wie Alltag alle Farben bunt und grau verwischt

Und ich?
Will keine Zukunft keine Pläne
Nicht mehr Ja und Amen sagen
Einfach nur mich selber haben

Doch würde ich
Euch und mir dann noch genügen?
Hörte ich
Dann auf Mich
Und Euch noch zu belügen?

Oder würde ich doch wieder mich
Und Euch enttäuschen und betrügen?

2 Kommentare zu „Fahneneid“

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